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Spedition und Logistikbranche

Digitalisierung ganzheitlich angehen

Wer seine Prozesse im Speditions- und Transportalltag digitalisieren möchte, der sollte daran denken, alle Beteiligten mitzunehmen. Das betrifft auch die Fahrer. Denn jede Kette ist nur so stark wie das schwächste Glied.

Wer die Digitalisierung seiner Prozesse erfolgreich umsetzen will, benötigt auf der technischen Seite einen durchlaufenden Datenfluss ohne Medienbrüche. Der Austausch der Informationen zwischen unterschiedlichen Programmen läuft mittlerweile über Standardschnittstellen wie APIs relativ reibungslos.

Beim technischen Start in Richtung Digitalisierung gibt es damit immer weniger Hürden.  Die Übertragung des Auftrages vom ERP-System in die Logistik- und Speditionssoftware kann bereits automatisiert ablaufen. Das gilt auch für den weiteren Weg der Daten zum Telematiksystem im Fahrzeug und von dort wieder zurück. Kommen jedoch weitere Faktoren hinzu, wird es schon schwieriger. Die aktuelle Verkehrslage wird von vielen Systemen noch immer nicht umfassend berücksichtigt. Auch die Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer werden nur teilweise integriert. Somit entstehen für die Berechnung der voraussichtlichen Ankunftszeit (ETA) weiterhin digitale Lücken, die von den Mitarbeitern gefüllt werden müssen.

Digitialisierung
Digitialisierung

Digitalisierung nur mit den Mitarbeitern  

Der menschliche Faktor bleibt aber eine der Schwachstellen, denn für viele ist es schwer in anderen Prozessen zu denken und zu arbeiten. „Mit der Welle der Digitalisierung begann ein Paradigmenwechsel. Doch dieser muss auch bei allen Mitarbeitern ankommen“, sagt Volker Hasch, Geschäftsführer beim Softwareentwickler CargoSupport. Solange die Digitalisierung nicht von allen an der Supply Chain Beteiligten gelebt werde, entstünden immer wieder Brüche, die zu einer Störung der Lieferkette führen können. Manuelle Eintragungen müssen daher von den Mitarbeitern gewissenhaft und ehrlich gemacht werden.

Beispiel Slotbuchung

Das betrifft beispielsweise den Hamburger Hafen, der mittlerweile mit einer Slotbuchung arbeitet, um die Containerverkehre schneller abzuarbeiten. Kommt jedoch ein Lkw verspätet an ohne zuvor seine Verzögerung anzukündigen, ist der Slot weg und der Fahrer muss teilweise sehr lange warten. Dann neutralisieren sich alle Vorteile der Digitalisierung wieder. Wird der Disponent aufgrund aktueller Informationen jedoch rechtzeitig informiert, bleibt ihm die Zeit, den gebuchten Slot zu ändern. Der Lkw kann dann entsprechend schnell abgefertigt werden und ist schnell wieder auf der Straße.

Mensch schließt digitale Lücken

Die Digitalisierung der Logistikbranche weist noch viele Lücken auf, obwohl es mittlerweile viele Lösungsangebote gibt. Doch das Beispiel der ETA zeigt auch, dass sich die Disponenten auch auf ihre Fahrer verlassen müssen, damit teilweise die aktuellen Daten berücksichtigt werden können. Nicht alle Prozesse lassen sich digital abdecken, dann ist der Mensch gefordert, um diese Lücken zu schließen. Daher ist es wichtig, dass die Einführung der Digitalisierung Chefsache bleibt, der alle seine Mitarbeiter mitnehmen muss.

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